Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit beschreibt einen im Hinblick auf zukünftige Generationen verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dabei geht es insbesondere um das Zusammenspiel der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales. Speziell für den Bereich der Energiepolitik ist damit der schonende Umgang mit fossilen Energieträgern, der breite Einsatz von Erneuerbaren Energien sowie auch klimaschützende Maßnahmen eines jeden Verbrauchers gemeint.

Nachtspeicherheizung

Eine Nachtspeicherheizung ist ein elektrisch betriebener Speicherofen, der durch verbilligten Strom in der Nacht auf bis zu 600 Grad aufgeheizt wird und diese Wärme tagsüber zur Raumheizung abgibt. Nachtspeicherheizungen sind in der Anschaffung sehr günstig. Ihr Wirkungsgrad ist allerdings sehr niedrig und liegt teilweise unter dem von fossilen Energieträgern. Aus diesem Grund sollte heutzutage vom Einbau einer solchen Heizung gänzlich abgesehen werden!

Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe sind natürlich vorkommende organische Stoffe pflanzlichen Ursprungs (z. B. Holz, Raps, Stroh), die ganz oder teilweise für weitere technische oder energetische Anwendungen genutzt werden. Nutzungsformen sind z. B. die Verbrennung, Biogaserzeugung, PKW-Treibstoff-, Proteinkonzentrat- und Kunststoffherstellung. Der entscheidende Vorteil von nachwachsenden im Vergleich zu fossilen Rohstoffen ist, dass sie prinzipiell unbegrenzt zur Verfügung stehen. Sie können Jahr für Jahr neu angebaut werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die CO₂-Neutralität bei der Verbrennung, da hierbei nicht mehr Kohlendioxid freigegeben wird als vorher von der Pflanze gebunden wurde.

Neigungswinkel

Um eine optimale Energieaufnahme durch Solaranlagen (solarthermisch und photovoltaisch) zu erzielen, ist deren Ausrichtung zur Sonne von großer Bedeutung. Die größte Energiemenge kann aufgenommen werden, wenn die Module im rechten Winkel zur Sonneneinstrahlung stehen. In der Praxis erweisen sich Neigungswinkel zwischen 30 und 45 Grad als ideal. Allerdings ist dabei auch der Nutzungszeitraum zu beachten. Im Winter steht die Sonne tief und hat somit einen flachen Einstrahlungswinkel, im Sommer ist der Einstrahlungswinkel hingegen sehr steil. Um eine optimale Energieausbeute zu erzielen, werden Photovoltaikanlagen teilweise mit einer Nachführung ausgerüstet.

Nennleistung

Die Nennleistung einer Erzeugungs-, Übertragungs- und Verbrauchsanlage ist die höchste Dauerleistung, für die sie laut Hersteller ausgelegt ist. Üblicherweise ist sie aus dem Typenschild einer Anlage ersichtlich. Um zum Beispiel die Nennleistung von Solarmodulen zu bestimmen, wird deren maximale Dauerleistung unter Standard-Testbedingungen in Watt peak gemessen.

Nettoenergiebilanz

Die Nettoenergiebilanz eines Energiesystems stellt die Energiemengen gegenüber, die einerseits für Bau, Betrieb und Beseitigung aufgebracht werden mussten und andererseits während der Lebensdauer bereitgestellt wurden. Ein Energiesystem mit negativer Energiebilanz verbraucht mehr Energie als es bereitstellt und kann damit als nicht umweltfreundlich eingestuft werden.

Netzanschlussvertrag

Ein Netzanschlussvertrag mit dem örtlichen Stromversorger, der meist auch der örtliche Netzbetreiber ist, regelt den Anschluss an das Stromnetz im Falle eines Stromanbieterwechsels. Dieser Vertrag ist für die Regelung technischer Serviceleistungen notwendig, da der Stromzähler weiterhin im Eigentum des örtlichen Netzbetreibers bleibt und Störungen im Netz auch durch den Netzbetreiber behoben werden. Hierfür ist der neue Stromanbieter nicht zuständig. Mit der Stromversorgung durch den neuen Stromanbieter hat der Netzanschlussvertrag nichts zu tun. Es sind auch keinerlei Kosten für den Verbraucher damit verbunden.

Netzeinspeisung

Unter Netzeinspeisung versteht man das Einspeisen von Strom aus allen Formen von Kraftwerken/Stromerzeugungsanlagen in das allgemeine Stromnetz. Im Bereich der Erneuerbaren Energien handelt es sich dabei z. B. um Wasserkraftwerke, Solar-, Biomasse- und Windkraftanlagen. Die Energieversorgungsunternehmen (EVU) sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dazu verpflichtet, Strom aus diesen Anlagen nicht nur abzunehmen, sondern ihn auch entsprechend zu vergüten.

Netzkopplung

Netzgekoppelte Stromerzeugungsanlagen sind über einen Wechselrichter an das allgemeine Stromnetz angebunden und können auf diesem Wege den von ihnen produzierten Strom ganz oder teilweise in das Stromnetz einspeisen. Solche Anlagen sind somit das Gegenstück zu sogenannten Inselanlagen.

Netznutzung

Mit Netznutzung ist die Nutzung der Stromnetze gemeint. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom April 1998 regelt u. a. den diskriminierungsfreien Netzzugang. Damit soll gewährleistet werden, dass ein Stromanbieter auch Verbraucher außerhalb seines eigenen Versorgungsnetzes versorgen kann. Die genauen Details der Netznutzung wurden in der Verbändevereinbarung geregelt.

Niedrigenergiehaus (NEH)

Eine amtliche Definition eines Niedrigenergiehauses (NEH) gibt es nicht, da keine bestimmte Bauform oder Bauweise sondern eher ein Verbrauchsstandard beschrieben wird. Als Bezugsgröße wird im Allgemeinen der jährliche Heizwärmebedarf in kWh/m² genannt. Ein Niedrigenergiehaus braucht für die Raumheizung jährlich in etwa 30-70 kWh/m², was 3-7 l Heizöl entspricht.

Die wichtigsten Merkmale eines Niedrigenergiehauses sind:

  • Sehr gute Wärmedämmung der Außenwände, Fenster, Dächer, Kellerwände und Kellerdecken.
  • Reduzierung von Wärmebrücken.
  • Dichtheit der Außenhülle (Blower-Door-Test).
  • Optimierung des Verhältnisses Außenfläche/Nutzvolumen.
  • Optimierte Heizungsanlagen, d. h. Optimierung der passiven Solarenergienutzung.
  • Energiesparende Warmwasserbereitung.
  • Kontrollierte Wohnungslüftung ohne oder mit Wärmerückgewinnung.

Nullenergiehaus

Als Nullenergiehaus wird ein Gebäude bezeichnet, dessen Energieverbrauch unter 20 kWh/m² Wohnfläche und Jahr liegt. Aber auch hier kann noch unterschieden werden:

  • Ein Nullheizenergiehaus (Gebäude, bei dem keine Heizenergie benötigt wird).
  • Ein Nullenergiehaus (Gebäude, bei dem sowohl keine Heizenergie als auch keine Energie für Warmwasseraufbereitung, Beleuchtung u. a. benötigt werden).
  • Ein Plushaus (Gebäude, in dem aufgrund gebäudetechnischer Anlagen ein Überschuss an Energie erzeugt wird, der in das Stromnetz eingespeist wird; die Warmwasserversorgung, die Ventilation und der Haushaltsstromverbrauch werden selbständig hergestellt).

Nutzenergie

Nutzenergie ist der Teil der Endenergie, der beim Verbraucher nach der letzten Umwandlung für den jeweiligen Nutzungszweck zur Verfügung steht, z. B. die Arbeitsleistung eines Staubsaugers, Beleuchtung oder Raumwärme. Durchschnittlich sind aufgrund der hohen Umwandlungs- und Verteilungsverluste nur rund 33% der tatsächlich eingesetzten Primärenergie für den Verbraucher nutzbar.

Nutzungsgrad

Im Vergleich zum Wirkungsgrad gibt der Nutzungsgrad Aufschluss über das über einen Zeitraum ermittelte Verhältnis von gewonnener zu aufgewendeter Energie.

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